Fall Greensill Bank: So steht es um die Sicherheit von Einlagen in Deutschland

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Insolvenz der Greensill Bank

Bereits seit ein paar Tagen wurde immer deutlicher, dass der Finanzkonzern Greensill Capital wirtschaftliche Schwierigkeiten hat. Inzwischen läuft das Insolvenzverfahren, denn Greensill droht die Pleite. Doch was passiert mit den Einlagen? Sind Einlagen heutzutage überhaupt noch sicher?

Was passiert mit den Einlagen der Greensill Bank?

Der Schock war am 3. März 2021 für viele Sparer und die Finanzbranche groß. Die Aufsicht, die die Banken prüfte, verhängte über die Greensill Bank zunächst ein Veräußerungs- und Zahlungsverbot (Moratorium). Der Grund? Der Finanzkonzern war nicht in der Lage, bilanzielle Forderungen nachzuweisen. Dies bedeutet, dass die Kredite, welche die Bank vergeben hatte, wertlos waren.

Nachdem das Institut nun dichtmachen musste und Insolvenz angemeldet hat, stellt sich vor allem Anlegern die große Frage: Was passiert mit Spareinlagen, welche man der Bank anvertraut hat? Einlagen in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro befanden sich bei Greensill.

Die Finanzaufsicht BaFin hat bereits den Entschädigungsfall ausgerufen. Das bedeutet, dass die Anleger ihre Ersparnisse innerhalb von 7 Tagen zurückbekommen. Wie ist das möglich? Der Grund dafür ist die gesetzliche Einlagensicherung. Diese schützt Einlagen bis zu 100.000 pro Sparer.

Darüber hinaus ist die Greensill Bank auch Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds der privaten Banken. Daher sind pro Kunde bis zu 750.000 Euro geschützt. Das bedeutet – Sie bekommen Ihre Ersparnisse auf jeden Fall zurück, wenn Sie vom Fall Greensill Bank betroffen sind.

Wo sind Spareinlagen noch sicher?

Nachdem Vorfall der Greensill Bank machen sich nun viele Deutsch darüber Gedanken, ob Einlagen überhaupt noch sicher sind. Wo sollten Sie Ihr Geld also sparen, damit Ihnen keine Verluste entstehen?

Einlagensicherung als Sicherheitsmerkmal

Grundsätzlich hat die Greensill Bank bei der Eindämmung des entstandenen Schadens alles richtig gemacht – und das bereits im Voraus. Durch Einlagensicherungen sind Privatanleger optimal geschützt.

Achten Sie daher darauf, dass Sie Ihre Ersparnisse nur dort anlegen, wo es eine stabile Einlagensicherung gibt. Dabei unterscheidet man zwischen zwei unterschiedlichen Arten.

Gesetzliche Einlagensicherung: Verfügt eine Bank lediglich über eine gesetzliche Einlagensicherung, sind mindestens 100.000 Euro pro Anleger gesetzlich garantiert, falls diese pleitegehen sollte. Bei Gemeinschaftskonten erhöht sich der Schutz auf 200.000 Euro. Die gesetzliche Einlagensicherung betrifft jede Bank innerhalb der Europäischen Union.

Bislang war es üblich, dass das Guthaben, das sich noch bei einer insolventen Bank befindet, innerhalb von 20 Tagen ausgezahlt werden konnte. Mittlerweile handelt es sich um 7 Tage, was spätestens ab dem Jahr 2024 zur Pflicht für alle Banken in der EU wird.

Freiwillige Einlagensicherung: Die meisten Banken bieten zudem eine freiwillige Einlagensicherung an. Sie sichert Beträge über den gesetzlichen 100.000 Euro ab. Falls Sie also höhere Beträge bei einer Bank ablegen möchten, empfiehlt es sich, nach einer Bank Ausschau zu halten, die das auch anbietet. Insgesamt gibt es 4 freiwillige Einlagensicherungssysteme:

  • Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB)
  • Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken (VÖB)
  • Der Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe im Deutschen Sparkassen- und Giroverband (gilt nur für Sparkassen, Landesbanken, Landesbausparkassen und die Dekabank)
  • Die BVR Institussicherung (gilt für Volks- und Raiffeisenbanken)

Wirtschaftskraft bestimmt Sicherheit von Einlagen

Wenn Sie Ihr Geld einer Bank anvertrauen, ist es zwar wichtig zu wissen, was im Schadensfall passiert und dass Sie durch eine Einlagensicherung gut abgesichert sind. Allerdings ist es immer noch am besten, dass es gar nicht so weit kommt, dass eine Bank Insolvenz anmeldet.

Bereits ein paar Kriterien können Ihnen bei der Auswahl einer geeigneten Bank helfen.

Sehen Sie sich dazu die Wirtschaftskraft unterschiedlicher Banken an. Stammt sie aus einem wirtschaftsstarken oder eher wirtschaftsschwachen Land? Mit ein wenig Recherche erfahren Sie mehr über einzelne Bankunternehmen und wie hoch deren Wirtschaftskraft ist.

Je höher die Wirtschaftskraft, desto geringer ist das Risiko für Ihr Erspartes. Außerdem sind genau die starken Konzerne diejenigen, die Ihnen Ihr Geld im Falle einer Insolvenz zügig und vor allem vollständig zahlen können.

Einlagensicherung bis zu 500.000 Euro möglich?

Da die gesetzliche Einlagensicherung lediglich 100.000 Euro pro Person absichert, stellt sich für jeden, der etwas mehr Geld auf dem Konto hat, die Frage, was damit passiert. Für diesen Fall hält die gesetzliche Einlagensicherung eine Besonderheit bereit.

Befindet sich auf Ihrem Konto durch besondere Lebensumstände viel Geld, gilt der erhöhte Schutzumfang. Zu diesen Umständen zählen beispielsweise der Verkauf einer Immobilie, eine Scheidung, der Eintritt in die Rente, eine Kündigung oder Invalidität.

Was müssen Anleger tun?

Falls Sie aktuell von der Greensill-Pleite betroffen sind, steht bestimmt die große Frage im Raum: Was muss ich tun, um wieder an meine Finanzen zu kommen? Wir können Sie beruhigen, geht eine Bank pleite und verfügt noch über Geld Ihrer Kunden, so müssen diese nicht selbst tätig werden.

In diesem Fall meldet sich die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) automatisch bei betroffenen Kunden, um sie zu informieren. Diese Einrichtung ist es auch, welche die Höhe der Ansprüche jedes einzelnen Betroffenen prüft.

Handelt es sich um mehr als 100.000 Euro pro Person, dann arbeitet die EdB eng mit dem freiwilligen Einlagensicherungsfonds des BdB zusammen. Die Finanzierung der beiden Institutionen erfolgt durch jährliche Beiträge der Banken, welche dort Mitglied sind – Sie als Kunde müssen dafür nichts zahlen.

Doch was geschieht, wenn der Schaden so hoch ist, dass die Finanzen der EdB und des BdB nicht ausreichen? Dann gibt es immer noch die Möglichkeit, dass Sonderbeiträge erhoben und Kredite aufgenommen werden.

Sie als Kunde werden davon im besten Fall gar nichts mitbekommen. All diese Prozesse laufen im Hintergrund ab und werden so schnell abgewickelt, dass Sie innerhalb von wenigen Tagen Ihr Geld zurückerhalten.

Fazit

Geht eine Bank pleite, so sorgt das wie im Fall Greensill für viel Wirbel in der Finanzbranche. Insbesondere sind es jedoch die Kunden der Bank, die Angst vor negativen Auswirkungen auf die eigenen Finanzen haben. Dank der gesetzlichen Einlagensicherung können Privatanleger aufatmen – Erspartes wird innerhalb von 7 Tagen an sie zurückgezahlt.

Wer die Sicherheit der eigenen Finanzen infrage stellt, sollte daher immer genau darauf achten, bei welcher Bank das Ersparte abgelegt wird. Sie können sich an hilfreichen Aspekten wie der Wirtschaftskraft orientieren und sollten in jedem Fall überprüfen, inwieweit eine Bank über eine Einlagensicherung verfügt.

Achten Anleger darauf, wem sie ihr Geld anvertrauen, kann selbst im Fall einer Insolvenz der Bank nichts schief gehen.

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