Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit: Neue Standards im gewerblichen Bauwesen 

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Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit werden beim Bauen wichtiger. Gerade, wenn die Zinsen steigen, muss im gewerblichen Bauen eine Immobilie schnell Geld verdienen. Es braucht zeitgenaue Fristen und niedrige Bewirtschaftungskosten. Ein Lösungsansatz: Das Bauen im Modulverfahren. Hier werden einzelne Elemente wie in einem Baukasten zusammengefügt. Doch liegen eigentlich die Vorteile und was ist dabei zu beachten? Gerade Schnelligkeit, Effizienz und kostengünstiges Bauen spielen eine sehr wichtige Rolle.

Modulbauweise: Schneller und nachhaltiger zum Projektabschluss

Beim Bauen heißt es immer noch ganz klassischen Stein auf Stein. In der Praxis ist dieses Konzept gerade Unternehmen oft zu unflexibel. Es braucht Lösungen, die verschiedene Ansprüche unter einen Hut bringen:

  • Planbarkeit
  • Einfachheit in der Ausführung
  • Wirtschaftlichkeit
  • Nachhaltigkeit.

Natürlich soll die Bauweise effizient sein und vom ersten Planungsschritt bis zur Schlüsselübergabe schnell gehen.

Ansprüche, die mit der Realität kollidieren. Bis alle Baugenehmigungen eingeholt sind und der Architekt die Planungsarbeiten abgeschlossen hat, vergeht einfach Zeit. Findige Projektentwickler haben für diese Probleme Lösungen gefunden – unter anderem die Modulbauweise. Was versteckt sich dahinter?

Projektentwickler machen sich hier die Vorteile einer standardisierten Bauweise zunutze. Errichtet werden Gebäude durch vorgefertigte Module. Dies lassen sich beim Hersteller sehr viel effizienter erstellen. Das Ergebnis: Mithilfe der Modulbauweise sind Immobilien in deutlich kürzerer Zeit errichtet. Besonders für Gewerbe-Immobilien ein Vorteil. Der zweite Pluspunkt: Dank der Module lassen sich Immobilien erweitern, da hier nach einem Baukasten-System gearbeitet wird.

Durch Prozessketten, die effizient ineinandergreifen, bietet gerade die modulare Bauweise Möglichkeiten, eine vergleichsweise kurze Bauzeit mit Kostensicherheit zu verbinden. Trotzdem lassen sich auch in der modularen Bauweise individuelle Vorstellungen einflechten. Diese reichen von der Gestaltung der Grundrisse über die Fassadengestaltung bis zur Bauweise.

Mit modernen Fertigungsverfahren und der gezielten Verwendung isolierender Werkstoffe erreicht die Modulbauweise eine sehr hohe Energieeffizienz. Ein Anspruch, der am Ende dafür sorgt, dass in der Bewirtschaftung die Energiekosten für Immobilien gesenkt werden können. Parallel lässt sich die Bauweise mit moderner Haustechnik kombinieren – was Effizienz und Nachhaltigkeit fördert.

Nachhaltigkeitsstandards im Bauwesen

Bauen wird im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz immer noch unterschätzt. Mittlerweile findet allerdings – gerade im Hinblick auf die Baustoffe – zunehmend ein Umdenken statt. Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie definiert verschiedene Ziele, wie:

  • Energieeffizienz
  • Erhalt der Biodiversität
  • Ressourcenschonung
  • Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen
  • Reduzierung des Flächenverbrauchs.

Diese zu erreichen, wird in der Praxis zu einer Herausforderung. Während gerade bei der Energieeffizienz und Wärmedämmung der Gesetzgeber – unter anderem über das Heizungsgesetz – mit klaren Vorgaben eingreift, sind die Rahmenbedingungen bei der Auswahl der Baumaterialien vergleichsweise locker.

Auch Baumaterialien bieten die Möglichkeit für nachhaltiges Bauen

Wo gibt es Ansätze für nachhaltiges Bauen? Eine wichtiger Punkt ist der verwendete Beton. Im Rahmen der Herstellung entstehen leider große Mengen klimaschädlicher Gase wie CO2 an. Quellen sprechen allein für Deutschland von 20 Millionen Tonnen. Im globalen Maßstab ist diese Menge noch deutlich größer. Allein über den verwendeten Kalkstein in der Herstellung von einer Tonne Beton werden 600 Kilogramm CO2 freigesetzt.

Ein zweiter Aspekt im gewerblichen Bauen ist die Verwendung von Stählen für Armierungen und Stahlpfeiler. Selbst aus Schrott gewonnener Baustahl verursacht im Schmelz- und Verarbeitungsprozess hohe Emissionen. Um Bauen in Zukunft nachhaltiger werden zu lassen, braucht es:

  • andere Materialien
  • energiesparende Fertigung
  • neue Bautechniken.

Letztere haben das Ziel, den Materialeinsatz zu verringern. Wichtig ist natürlich, dass bei der Standfestigkeit keine Nachteile entstehen – was den Verzicht auf Beton kurzfristig schwierig macht. Ein möglicher Baustoff, der regelmäßig auftaucht, wenn es um nachhaltiges Bauen geht, ist Holz. 

Fazit: Gewerbliches Bauen kann effizient sein

Beim Bauen denken viele Menschen zuerst an Wohnungen. Gerade der gewerbliche Hintergrund darf aber nicht unterschätzt werden. Büros, Fabrik- und Lagerhallen – überall wird gebaut. In der Praxis kommt es hier auf Schnelligkeit an und dass die Projekte kostengünstig umgesetzt werden. Eine modulare Bauweise kann hier durchaus Vorteile bedeuten. Der Faktor Nachhaltigkeit ist viel schwieriger zu lösen. Doch auch hier entwickeln sich immer mehr Lösungen, um Emissionen einzusparen und dauerhaft klimaverträglicher zu bauen.

Bildquelle: @ Elvir K. / Unsplash.com